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Yoga als (letztes?) Mittel um Beschwerden zu beheben?

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#1 | Yoga als (letztes?) Mittel um Beschwerden zu beheben? datum29.06.2010 08:34
Sabine
Moderator
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Beiträge:85
Registriert seit:02.04.2008
Wohnort:Pfaffenhofen/ Ilm

Sehr oft kommen Menschen zum Yoga, weil sie gelesen oder gehört haben, dass mit Yoga alle möglichen Beschwerden oder Krankheiten behoben werden können. Ist das so einfach, wie es sich anhört?
Ich glaube nicht. Wir Menschen im Westen haben sehr oft die Tendenz, dass wir glauben ein Mittel, das uns jemand gibt, sofort alle Beschwerden oder Krankheiten beheben soll. Wir schauen uns nicht an, warum manche Krankheiten bei uns landen und wie lange wir sie schon -schleichend - mit uns herum tragen.
Beschwerden, die sehr oft zum Yoga hinführen sind z.B. hoher Blutdruck, oder Rückenbeschwerden. Natürlich ist es wunderbar, wenn wir etwas anderes gegen diese Symptome tun wollen, als nur Medikamente zu schlucken. Aber es ist bei weitem auch für Yoga nicht leicht, diese Beschwerden so schnell zu lindern, wie wir es gerne hätten.
Wir gehen nun einmal die Woche in einen Yogakurs, bei dem verschiedensten Übungen gemacht werden, die wir mehr oder weniger gut mitmachen können. Tief befriedigt gehen wir wieder nach Hause, denn wir haben ja jetzt etwas für unsere Gesundheit getan und das müsste dann ja auch Wirkung zeigen. Aber kann Yoga das wirklich? Ich meine: nein. Ein wöchentliches Üben, das in der Gruppe geschieht - und damit auf alle Teilnehmer angepasst wurde, nicht auf den einzelnen - kann Beschwerden, die schon lange bestehen und auch in unserem "alltäglichen Wahnsinn" begründet sind, nicht beheben.
Da müssen wir schon ganz anders vorgehen. Möglichst tägliches Üben (am besten mit einem speziell für uns zusammengestellten Übungsprogramm), eine Änderung unserer Lebensumstände und auch - und meist vor allem - eine Änderung unserer äußeren und inneren Haltung sind nötig. Da kann dann Yoga wirklich effektiv helfen. Sich auch im Alltag spüren, wahrnehmen wie ich stehe, sitze, gehe. Wie ich mit Stresssituationen umgehe, welche Körperhaltung ich langfristig z. B. am Schreibtisch einnehme. Sich wahrnehmen lernen, die Flexibilität und Kraft des Körpers stärken. Ich spreche noch nicht einmal von regelmäßiger Meditation.
Dann kann Yoga wirklich helfen.
Sich und dem Körper auch Zeit geben für Veränderungen. Nicht hoffen, dass alles gleich anders wird. Es gibt eine Geschichte von Krishnamacharya. Er wurde von einem Schüler gefragt, wie lange es denn dauern werde, bis sein Asthma mit Yoga behoben sei (wohl gemerkt war dieser Schüler in laufendem Einzelunterricht). Krishanmacharya fragte, wie lange er dieses Asthma denn nun schon habe. "40 Jahre" war die Antwort. "Dann gib mir 40 Jahre".
Natürlich muss es nicht so lange dauern, aber wie lange tragen wir Beschwerden und Symptome mit uns herum, die wir nicht beachten, oder versuchen mit Medikamenten (oder den so beliebten Spritzen gegen Schmerzen) weg zu bekommen?
Machen wir uns bewusst, warum wir Beschwerden haben und erkennen wir sie als ein Signal für eine nötige Veränderung unseres Lebens. Auch das ist Yoga.

Sabine aus Pfaffenhofen
http://www.yoga-stressmanagement-ketzler.de

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